Meine Diagnose

Warten

Nachdem ich die Diagose erhalten hatte und man im CT nur diffus etwas erkannte und in der Sono nichts, wurde ich in das Universitätsklinikum geschickt. Mein Fall war zu speziell für das örtliche Krankenhaus. Der Chefarzt machte mir netterweise einen Termin. 2 Wochen warten.

Eine Zeit in der ich es wohl oder übel meinem Umfeld erzählen musste, zumindest dem engsten. Das fiel mir unglaublich schwer. Ich wusste sie würden sich sorgen und Angst haben. Ich muss dazu sagen ich komme aus einer sehr großen Familie. Ich habe drei Brüder und drei Schwestern und wir haben ein enges Familienband. Es war weniger schlimm als befürchtet. Sie alle stärkten mich unglaublich, machten mir Mut und unterstützen mich in meiner Haltung stark zu sein und zu kämpfen.

Mein Mann und ich beschlossen den Kindern noch nichts zu sagen, bevor wir nicht genau wissen was passiert. Bevor wir ihnen sagen können, wie es weitergeht. Der Große merkte, ab und an, dass etwas nicht stimmte. Mehr als versuchen normal weiterzumachen konnten wir nicht.

Der Termin im UKE war da, eine nette Ärztin empfing mich, las sich alles durch und untersuchte mich. Auch sie fand in der Sonographie nichts auffälliges. Aber es gab den Histologischen Befund. Sie und die Oberärztin beschlossen die Probe anzufordern und sie im UKE untersuchen zu lassen. Außerdem wollten sie meinen Fall in einer onkologischen Konferenz vorstellen um sich abzusprechen, was nun geschieht.

Nach einer Woche bekam ich den Anruf. Die Probe war richtig befundet worden. Ich musste nochmal zum Gespräch. Eine OP wurde geplant, eine sehr große OP.  Da sie nicht genau wussten, was sie erwartet, wenn sie den Bauch aufmachen, wurde ich für alle Eventualitäten aufgeklärt. Ich saß dort und versuchte das alles aufzunehmen. Mein Mann an meiner Seite. Ich sah ihm an wie groß seine Angst war und trotzdem saß er da, ruhig meine Hand haltend. Wir schaffen das! Das wurde zum Motto. Ich beschloss mir alles entfernen zu lassen was man entfernen konnte ohne wenn und aber. Das Sicherheitsbedürfnis war, für meine Jungs, groß.

Danach wird es eine Chemotherapie geben, erklärte sie mir 6 Einheiten im 3-wöchentlichem Abstand. Und eine Antikörpertherapie über mehrere Monate.

Zum Ablschluss fasste mir die Oberärztin an die Schulter und sagte mir was für verdammtes Glück ich gehabt habe, dass es durch einen blöden Zufall entdeckt wurde. In über 75% der Fällen wird diese Art so spät entdeckt, dass man nur noch von Verlängerung sprechen kann. Bei mir streben sie an alles dafür zu tun zu heilen. Und, sie zwinkerte mir zu, ich solle ihr glauben, sie wisse was sie tue.

Meine Hoffnung wuchs mit diesen Worten. Trotz dieses unfasssbar großen Klinikkomplexes fühlte ich mich gut aufgehoben, gesehen und verstanden.

Jetzt hieß es nach Hause fahren und den Jungs berichten. Das war wohl das schwerste.

Der Mittlere und der Kleine

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