Meine Diagnose

Krabbeln da Krebse in deinem Bauch?

Gestapelt vom Mittleren

Wir saßen am Tisch. Mein Herz klopfte. Ich hatte unglaubliche Angst, den Jungs zu erklären was für eine harte Zeit auf uns zukommt. Mein Mann fing an zu reden. Mama muss nochmal ins Krankenhaus. Enttäuschte Gesichter.

Wir erklärten, dass in meinem Bauch etwas wächst was da nicht hingehört. Dass ich dieses mal etwas länger weg bin. Papa bleibt zu Hause. Der Mittlere setzte sich auf meinen Schoß drückte mich und sagte ok. Dann ging er spielen. Für ihn war das Thema erledigt. Mehr konnte er mit 5 Jahren gerade eh nicht begreifen. Der Große guckte uns an. Wenn ich wieder zu Hause bin muss ich Medikamente bekommen, es kann sein, dass es mir eine zeitlang nicht gut geht. Ich traute mich nicht, das Wort Krebs in den Mund zu nehmen. Dachte er wüsste eh nichts damit anzufangen. Er ging in sein Zimmer.

Ich versuchte das Thema ab und an nebenbei anzusprechen aber er blockte immer ab, drehte sich um und ging. Ok, dachte ich, irgendwann wird er drüber reden wollen.

Während meines Krankenhausaufenthaltes sprach ich mit einer Kinderpsychologin. Das UKE hat eine extra Stelle für krebskranke Mütter. Man kann dort einfach mit den Kindern hin und sowohl Mama und Papa als auch die Kids bekommen Hilfe. Das zu wissen stärkte mir den Rücken. Sie bestärkte mich das Wort Krebs in den Mund zu nehmen, selbstverständlich und locker mit dem Thema umzugehen. Dass der Große das ablockt, sei normal. Wir sollen warten, der Tag wird kommen da wird er es ansprechen.

Und so war es. Ich war wieder zu Hause und wir saßen am Essenstisch. Mama ich hab mal eine Kinderreportage gesehen, da ging es um krebskranke Kinder. Du hast gesagt, dass dir wahrscheinlich die Haare ausfallen werden. Hast du auch Krebs? Der Mittlere guckte auf. Ja, das was in meinem Bauch war, war Krebs. Mama, krabbeln in deinem Bauch Krebse? Der Mittlere kicherte. Ich musste grinsen. Nein keine Krebse. Nur die Tumore die dort nicht hingehören, das nennt man Krebs.

Der Große begann Fragen über Fragen zu stellen und wir beantworteten. Es war keine Spur von Angst dabei, das beruhigte mich. Seit dem Tag ist meine Krankheit selbstverständlich, gehört dazu. Die Kinder gehen damit offen und unkompliziert um. Nehmen Rücksicht, wenn es Mama mal nicht so gut geht. Es gibt keine Geheimnisse, die Jungs werden eingebunden. Und so funktioniert es gut. Wir versuchen so gut es geht den Alltag aufrecht zu erhalten für die Jungs. Mit viel Unterstützung der guten Seelen in meinem Umfeld funktioniert das super.

4 Kommentare

  • Simone Glade

    Liebe Bianca, ich bin gerade über Deinen Eintrag auf FB „gestolpert“ und konnte erst gar nicht glauben, was ich da las. Habe tief bewegt und betroffen Deinen Blog gelesen. Ich weiss, wir kennen uns so nicht gut, Dein Mittlerer und mein Knut spielen bisher nur selten miteinander… aber ich wünsche Dir alles Gute, ganz viel Mut und dass Du diesen Kampf gewinnst! Wenn Du oder Dein Mann Hilfe braucht oder Deine Kinder mal gut untergebracht werden müssen, sag uns gern Bescheid…. Andre und ich wissen, was Ihr durchmacht! Alles Liebe

  • Meike Matthiesen

    Liebe Bianca
    Ich bin schockiert.
    Aber ich weiß ihr seid so eine tolle Familie und ihr werdet gemeinsam kämpfen und gewinnen!!!!!!

    Fühlt euch gedrückt und ich wünsche Euch vor allem aber dir, alles erdenklich Gute.

    Meike

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