Meine Diagnose

Nachsorge

Es war dann soweit, die erste Nachsorge. Eigentlich war ich relativ entspannt. Ich erzählte kaum jemandem von dem Termin, da ich einfach nicht wollte, dass mich irgendwer verrückt macht und falls was bei rauskommen sollte, wollte ich entscheiden können, wann ich es wem erzähle. Genaugenommen waren es zwei Termine. Einer bei meinem Gynäkologen und einer für ein Kontroll-CT.

Ich war seit der Diagnose nicht bei meinem Gynäkologen gewesen. Alles an Behandlungen steuerte ja das Klinikum. Das machte mich etwas nervös. Mein Gynäkologe ist ein bisschen zu vergleichen mit einem liebevollen Großvater. Ich wusste er wird sehr mitfühlend sein. Das, was ich nicht so gut haben kann, wenn jemand offensichtlich betroffen ist von meiner Geschichte. Ich mag es einfach nicht sehen, dass ich jemanden traurig mache. Ich weiß, dass das total bescheuert und irrational ist aber ich kann es nicht ändern, ich bin einfach sehr harmoniebedürftig.

Als er mich aus dem Wartezimmer abholte und wir um die Ecke gingen umarmte er mich gleich kurz, mag komisch klingen, aber wenn man ihn kennt und den liebevollen Umgang mit seinen Patientinnen sieht, ist es das keinesfalls. Wir sprachen recht lange über meinen Werdegang und dann untersuchte er mich. Alles prima und so wie es sein soll. Als er das sagte merkte ich, dass ich eigentlich auch nichts anderes erwartete hatte.

Auf das CT legte ich allerdings mehr. Bei den anderen Untersuchungen hatte man bei Diagnosefindung schließlich auch nichts gesehen und ich merke, dass mein Vetrauen in die Diagnostik etwas darunter gelitten hat. Ein CT ist nämlich bei mir in der Nachsorge gar nicht vorgesehen. Aber mein Gynäkologe hatte Verständnis und überwies mich.

Da saß ich also, im Wartezimmer und trank meinen Liter Wasser um die Organe besser darstellen zu können. Meine Freundin, die dort in der Radiologie arbeitet, wieder an meiner Seite. Als das CT durch war, merkte ich, dass ich doch etwas Angst bekam vor der Auswertung. Meine Freundin setzte sich zu mir und wir redeten über alles Mögliche. Das half. Die Ärztin kam und wir gingen zusammen zur Besprechung. Sie erklärte mir kurz die Bildgebung und sagte dann, sie sehe nichts, was irgendwie verdächtigt wirkt. Sie zeigte mir die Voraufnahmen und den Vergleich. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Da war ich dann doch sehr erleichtert.

Das Klinikum ließ es sich natürlich nicht nehmen, mich auf das CT anzusprechen. Sie erklärte mir, dass sie es einfach nicht als nötig erachten. Mir wurde alles entfernt und die Chemo und die Antikörpertherapie wird den Rest erledigen, sollte was gewesen sein. Ich habe doch viel darüber nachgedacht und beschlossen das Vetrauen zu finden, dass es so ist und die dreimonatige Nachsorge reicht. Alles andere wird mich wohl verrückt machen. Ich habe ja gemerkt, wie nervös ich nach dem CT war. Das Klinikum ist so versiert in dem was sie tun und darauf muss ich vetrauen. Bisher konnte ich das ja auch. Alles andere gebe ich aus der Hand. Wieder etwas, dass ich lernen muss. Ab jetzt geht es einfach bergauf und Sorgen machen kann man sich, wenn etwas sein sollte- aber nicht vorher.


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