Meine Diagnose

Menopause mit 29

Und plötzlich ist sie da, die Menopause. Ich thematisiere das eigentlich nicht, wenn ich nicht gefragt werde. Keine Ahnung wieso. Ist ja nicht unbedingt das, worüber man gerne spricht.

Bei meiner OP wurden mir beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Im Vorgesräch wurden mir verschiedene Möglichkeiten vorgestellt. Man hätte unter der OP Proben sofortbefunden können.  Wäre etwas nicht befallen gewesen oder auch nicht bösartig, hätte es theoretisch drinbleiben können mit einem Risiko von 30% das sich danach noch etwas bilden könnte. Dann wäre mir die Unfruchtbarkeit und die sofortige Menopause erspart geblieben. Ich habe hin und her überlegt und mich mit meinem Mann beraten. Im Endeffekt gab es für mich aber nur die Möglichkeit der hundertprozentigen Sicherheit, also folglich die Entfernung von beiden Eierstöcken und der Gebärmutter.

Nach der Geburt unseres dritten Sohnes war für uns beide klar, wir bekommen keine weiteren Kinder. Bei den beiden Kleinen habe ich Preaklampsie bekommen, der Kleine ist deswegen 6 Wochen zu früh geboren. Das Risiko, dass das nochmal passiert, wäre bei einer weiteren Schwangerschaft wieder erhöht gewesen. Außerdem hatte ich schon drei Kaiserschnitte, da wäre ein weiterer nicht ungefährlich.  Dazu kamen zwei Fehlgeburten vor dem Kleinen und das Wissen, das nicht nochmal erleben zu wollen.

Foto by M.Couson

Insofern war das bei meiner Entscheidung kein Thema. Es sprach eh alles gegen ein weiteres Kind. Ich habe drei tolle Jungs und für die ist es wichtig, dass ich gesund bin und lebe. Also alles raus, egal welche Konsequenz das für mich hat.  Nun bin ich also 29 und habe Wechseljahrsbeschwerden. Ich kann mir durchaus besseres vorstellen. Bei so einer frühen Menopause ist es möglich, dass sie anhält, bis ich regulär auch damit durch gewesen wäre. Also mit Chance habe ich die nächsten 20 Jahre Hitzewallungen, Gefühlsschwankungen und so weiter. Yeahh!!!

Aber mal Ernsthaft, es gibt schlimmeres. Klar nerven die Hitzewallungen. Aber es ist jetzt nicht weltbewegend. Millionen andere Frauen kommen damit klar, also wieso ich nicht ein paar Jahre länger, eventuell. Natürlich könnte ich eine Hormonersatztherapie (HET) machen. Ein zweischneidiges Schwert. Selbst die Ärzte sind sich nicht einig wie sinnig diese ist. Wenn man vorzeitig in die Menopause kommt, erhöht sich das Riskio an Osteoporose zu erkanken um ein vielfaches. Bei einer HET erhöht sich das Risiko hormonebedingten Brustkrebs zu bekommen. Also was will man? Läuse oder Flöhe? Erstmal habe ich mich gegen die HET entschieden. Ich lasse regelmäßig, in Zukunft, meine Knochendichte überprüfen und dann kann ich immer noch sehen. Mit den Beschwerden der Wechseljahre komme ich auch so klar.

Letztens habe ich zu meinem Mann gesagt, dass ich glaube wenn ich nicht unfruchtbar wäre, wäre das Thema ein weiteres Baby sicher doch nochmal aufgekommen. Bei uns beiden. Die Vernunft hätte wohl gesiegt, aber eigentlich können wir froh sein, den Konflikt nicht mehr mit uns ausmachen zu müssen. Vor Kurzem hat meine Freundin ein kleines Mädchen bekommen. Ich hatte etwas Sorge vor meinen Gefühlen, die eventuell kommen könnten, wenn ich die Maus im Arm halte. Hätte ich aber nicht haben müssen. Ich genieße Babys im Arm zu haben sehr, aber ich habe dabei keine Gefühle von Trauer darum, dass mir keins mehr vergönnt ist. Ich bin einfach wahnsinnig glücklich drei so tolle und gesunde Jungs zu haben. Das ist  nicht selbstverständlich und das weiß ich.  Und wenn die Sehnsucht zu groß wird knuddel ich einfach ein „fremdes“ Baby und freue mich nachts durchschlafen zu können 🙂

 

2 Kommentare

  • Norbert Oppelt

    Hallo Kämpferherz,
    habe mit Interesse deinen Beitrag betr. Krebs gelesen und muß sagen, Hut ab.
    Sei zufrieden dass du gute Freunde hast. Vielen fehlen diese. So auch bei mir.
    Ich hatte 3mal Krebs und COPD. Einer ist noch übrig geblieben und COPD. Ich musste feststellen das bei jeden Krebs die Freunde immer weniger wurden. Die, welche noch übrig geblieben sind, kann ich an einer Hand abzählen. Ich bin deswegen aber auch nicht mehr böse. Auf diese sogenannten „Freunde“ kann ich auch gut und gerne verzichten. Angefangen hat alles mit Darmkrebs. Jetzt ist noch der Lungenkrebs übrig. An der rechten Lunge hat man den Oberlappen entfernt. Dafür habe ich dort jetzt einen Eiterherd mit offener Wunde, welche jeden Tag 3-4 mal verbunden werden muss.Habe ich jetzt schon über 1Jahr. Aber was solls. Ich habe eine starke Frau an meiner Seite. Mit ihr kann ich Berge versetzen. Da habe ich ein riesengroßes Glück solch eine Frau zu haben. Sie ist auch führ meine Pflege zuständig. Ich habe nun die Stufe 4 gekriegt und bin in paliativer Behandlung. Was das heisst weiß eigentlich fast jeder. Der Doktor kommt 1mal die Woche und die Schwestern ebenfalls 1mal die Woche. Doch ich schmeisse nicht die Flinte ins Korn. Nun kämpfe ich schon 7 Jahre mit den Misthund Krebs. Diese ganze Zeit war nicht immer schlecht. Es gab auch schöne Zeiten. Sollte man nicht glauben, ist aber so. Vieles ist schnell so dahergesagt. Taten sprechen für sich. Ich find es Klasse dass du solch eine tolle Familie hast. Halte dieses wertvolle Geschenk ganz fest. Über meinen Gemütszustand möchte ich heute nichts sagen. Bringt nichts. Dir wünsche ich auf diesen Wege alles erdenklich Gute. Bleib weiterhin stark.
    Liebe Grüße Norbert

    • Bianca

      Hallo Norbert, Vielen Dank für deine Erfahrung. Respekt, dass du bei deiner Geschichte noch so positiv bist und nicht aufgibst. Es ist so wichtig jemanden an seiner Seite zu wissen. Da ist es egal ob es wenige oder viele sind. Hauptsache man kämpft nicht alleine. Ich wünsche dir alles, alles Gute! Kämpfe noch so gut es geht. Lieben Gruß

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