Meine Diagnose

Für immer Krebs im Kopf

In meinem letzten Artikel beschrieb ich wie gut es mir geht und wie sehr ich das genieße. Kurze Zeit später fiel ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ist der Krebs zurück? Haben sich Metastasen gebildet? Diese Fragen schwirrten mir unablässig in meinem Kopf.

Ich bekam einen Laborbefund aus einer Routineuntersuchung. Hohe Leberwerte- uff…. Ich versuchte mich zu beruhigen. Das kann so viele Ursachen haben, außerdem war ich gerade erst zur Nachsorge. Es war alles in Ordnung. Dann kamen die Zweifel. Die Leber wurde nicht sonografiert bei meiner Nachsorge. Was ist wenn? Ich mochte den Gedanken kaum zulassen so weh tat er.

Zuerst ging ich zu meiner Hauärztin, nochmal Laborkontrolle. Das Ergebnis, die Werte sind um das doppelte angestiegen. Sie schickte mich für einen Ultraschall zur Internistin. Vielleicht ist es ja nur mein Gallengangsstent, vielleicht nur ein Gallengangsstein. Die Internistin ließ sich viel Zeit, meine Anspannung war riesig. Dann sprach sie es aus. Sie sieht nichts. Keine Metastasen, aber auch nichts anderes. Da es aber diese hohen Werte gab und sie die Metastasen aus dem Raum haben wollte machte sie mir einen CT Termin.

Es war Donnerstag als das CT stattfand. Ich hatte schon ein paar schlaflose Nächte hinter mir. Die Stimmung bei meinem Mann und mir war angespannt. Ich hatte Angst, eine Riesenangt. Mein Kopf fuhr Karussel. Schaffe ich einen weiteren Kampf? Wie werden die Jungs das mitmachen? Schafft mein Mann die Sorge ein zweites Mal auzuhalten? Wie wird es unseren Familien gehen? So viele Fragen, keine Antworten. Bis Montag musste ich auf den Befund warten. Wir saßen wie auf Kohlen. Dann die erlösenden Worte, keine Metastasen zu sehen! Der Stent scheint sich zu verstopfen, er muss einfach nur gewechselt werden. Ich hätte fast geweint als ich das erfahren habe. So viel Anspannung die sich auf einmal löste.

Ich fürchte so wird es ein Leben lang bleiben. Der Krebs scheint raus aus meinem Körper, aber in meinem Kopf sitzt er fest und eine damit verbundene Unsicherheit und Angst. Vielleicht wird es immer so sein. Sobald es zwickt oder ein Befund unklar ist, wird sie wieder da sein, die Angst.

Ich dachte ich bin aus psychologischer Sicht gut durch die Geschichte durchgekommen. Das ist wohl auch so. Es hat ja auch alles „reibungslos“ funktioniert. Keine Rückschläge. Es lief wie erhofft. Und trotzdem muss ich mir eingestehen, dass es Narben auf meiner Seele hinterlassen hat, Narben die bleiben und mit denen ich lernen muss umzugehen. Ich werde lernen müssen nicht jedes mal verrückt vor Sorge zu sein, wenn etwas nicht stimmt. Aber ich nehme mir fest vor, ich werde es lernen. Und bis dahin, habe ich weiter einen starken Rückhalt, das habe ich auch dieses mal wieder gesehen. Auch wenn ich nach Außen stark war und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie groß die Angst ist, waren genug Schultern da, mich zu stützen und mir Mut zu machen.

Aber nach der Sorge kam dieses Mal die Freude. Die Freude, dass weiter alles gut läuft. Wieder einmal sehe ich wie viel Glück ich habe und weiß es zu schätzen. Ich genieße jeden Sonnenstrahl und jedes Lächeln meiner Kinder. Und so bleibt es hoffentlich. Ein Leben lang.


2 Kommentare

  • Margit Stank

    Liebe Bianca,
    ich kann deine Ängste wirklich gut verstehen. Wirklich verstehen!
    Du hast es gemeistert und hast eine wirklich großartige Familie im Hintergrund.
    Es ist gut, wenn du die kleinen Dinge des Lebens genießen kannst. Die kleinen Freuden zu sehen hilft mir immer sehr. Die Angst nicht jeden Tag raus lassen, sie klein zu halten ist nicht immer einfach
    Liebe Grüße

    • Bianca

      Liebe Margit, nein das stimmt. Und jede kleine köroerliche „Veränderung“ löst Angst aus. Aber damit muss man wohl lernen umzugehen. Auch dir alles Liebe und Gut! Bianca

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