Meine Diagnose

Eine Hommage an meine Mädels

4 Tage Familienfrei. Obwohl so kann man es gar nicht sagen. Ein Teil meiner Familie hatte ich bei mir. Meine zwei besten Freundinnen. Sie sind ein Teil von mir. Genauso wie meine Familie.

Wir Drei haben alle unsere 30 Geburtstage im April und Mai und haben schon vor Langem gesagt, zu dem Anlass werden wir wegfliegen. Voriges Jahr wurde ich dann überrascht mit dem Satz, sei nicht böse auf uns, aber wir haben London gebucht. Wir fliegen 4 Tage weg im Mai. Ich war völlig platt, denn etwas vorher habe ich gesagt, sie müssen den Trip ohne mich machen. Ich hätte es einfach nicht bezahlen können, mein Einkommen fehlt ja einfach für ein Jahr. Doch die Beiden wären nicht die Beiden wenn sie das einfach ignoriert hätten. Sie haben gebucht- und bezahlt. Es war kurz nach Abschluss meiner Chemo. Natürlich wurde viel diskutiert aber die Beiden haben mindestens einen genauso dicken Schädel wie ich.

Irgendwie raste die Zeit und plötzlich ging es los. Wir flogen. Ich bin seit vielen Jahren nicht mehr geflogen und war total aufgeregt. So riesig wie ich mich auf diesen Trip gefreut habe, so groß war auch die Angst, ob ich das körperlich schaffe einen 4-Tage Städtetrip. Auf keinen Fall wollte ich ausbremsen, oder dass Rücksicht auf mich genommen werden muss.

Tja, was soll ich sagen? Wir hatten eine wirklich tolle Zeit! London ist wirklich einen Besuch wert. Wir haben Sightseeing gemacht, waren in den Harry Potter Studios und haben den 30 Geburtstag einer der Mädels in einer wunderschönen Skybar, über den Dächern von London, gefeiert. Natürlich haben wir auch gut gegessen und geshoppt. Ja, es war anstrengend. Sehr sogar. Ich war fix und fertig und habe, trotz unbequemen Bett, alle Nächte geschlafen wie ein Stein. Aber, es ging besser als erwartet und ich bin nicht völlig frustriert, weil es nicht so ging wie ich es gerne gehabt hätte oder weil ich ständig sagen musste, sorry Mädels, aber ich kann nicht mehr. Wir haben gemacht was wir machen wollten und hatten eine wirklich schöne Zeit.

Auf jeden Fall ist mir diesen Urlaub wieder bewusst geworden wie wichtig Freunde sind. Vor allem solche, bei denen man sein kann, wie man ist, die einen in und auswendig kennen. Mit denen man alles teilt und die immer da sind. Wir kennen uns jetzt schon so lange und ich hoffe wir halten unsere Freundschaft bis wir alt und grau sind. Auch dann werden wir sicherlich immer noch so viel Spaß haben wie jetzt. Diese beiden Damen auf den Bildern sind etwas ganz Besonderes für mich und ich weiß diese Freundschaft wirklich mehr als zu schätzen. So wie sie für mich, werde auch ich immer da sein, wenn man einander braucht. Wir brauchen nicht immer der großen Worte, Mädels ihr wisst wie tief ihr in meinem Herzen seit. Ich freue mich, wenn wir alt, grau und etwas weiser (aber hoffentlich nicht weniger albern) sind, mit euch auf der Parkbank zu sitzen. Vielleicht ja der alten Zeiten willen, wieder in London.

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