Meine Diagnose

Geschafft!

Das war er, der Schritt raus aus dem Tumorzentrum. Das letzte mal! Ich habe es geschafft, die Therapie ist beendet.

Dieses Gebäude werde ich, hoffentlich, nie, nie, nie wieder betreten. Ich fühlte mich dort immer so gut aufgehoben und ich kann nichts negatives äußern über meine Behandlung ABER ich möchte dort nie wieder Patient sein. Wie sagte die Krankenschwester so schön? „Ich würde Sie gerne überall und jederzeit wiedertreffen, aber nicht hier!“

Es war ein so unbeschreibliches Gefühl gestern dort von meinem Stuhl aufzustehen, mich zu bedanken und zu gehen. Ich wäre am liebsten rausgehüpft und alle Menschen umarmt, so euphorisch war ich. Gleichzeitig hätte ich am Liebsten geheult. Vor Freude, weil alle Anspannung abfiel und weil das so ersehnte Ende, endlich erreicht war. Ich rechnete immer damit, dass die Ärztin sagt „Tut mir leid Frau Kahlert aber einmal müssen sie noch“ oder sowas. Das sagte sie aber nicht. Ich habe mir das die letzten Wochen und Monate so gewünscht gehabt, dass ich es kaum glauben konnte. Ich habe es gschafft! Endgültig, hoffe ich.

Um ehrlich zu sein, viel länger hätte ich es auch nicht mehr ausgehalten. Ich konnte einfach nicht mehr, war müde davon behandelt zu werden. Müde davon, Kopfschmerzen zu haben. Müde davon, dass mein Blutdruck immer schwerer unter Kontrolle zu halten ist. Müde davon, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen zu haben. Müde davon mich krank und schlapp zu fühlen. Müde davon, müde zu sein.

Ich weiß, das alles verschwindet nicht über Nacht und es kann sein, dass die ein oder andere Nebenwirkung nie mehr geht. Aber zu wissen, dass es nicht schlechter werden kann, sondern jetzt nur noch besser, ist so befreiend. So unfassbar befreiend!

Als ich gestern aus dem Krankenhaus fuhr und das Radio anmachte (in der Tiefgarage ist kein Empfang) hörte ich Herbert Grönemeyer:

Und du denkst, dein Herz schwappt dir über
Fühlst dich vom Sentiment überschwemmt
Es sind die einzigartigen Tausendstel-Momente
Das ist, was man Sekundenglück nennt

Das klingt furchtbar kitschig aber es war wirklich so. Leider führte es dazu, dass ich meine Tränen nur noch sehr schwer unter Kontrolle bringen konnte. Am Steuer im Stadtverkehr nicht sonderlich förderlich 😅

ES IST GESCHAFFT!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.