Meine Diagnose

Rückblick

Mir ist aufgefallen, ich hatte gar keinen Jahresrückblick, wie es sich für einen guten Blogger gehört. Dann bin ich wohl kein guter Blogger 😜

Sowieso bin ich im Moment stark am überlegen diesen Blog einzustampfen. Ich schreibe immer weniger, der Alltag hat mich wieder voll zurück und die Zeit fehlt. Auch will ich mich oft gar nicht mehr so sehr mit dem Thema Krebs beschäftigten. Außerdem kostet mich das Unterhalten dieser Seite Geld und das fällt bekanntlicherweise nicht vom Himmel. Aber ich habe es noch nicht ganz entschieden. Es ist ja ein absolutes Herzensprojekt gewesen, ist es immer noch. Viele, viele Menschen schauen sich meine Beiträge an. Mehr als ich jemals gedacht hätte, war der Blog doch anfangs mehr für mich selbst bestimmt. Ich befinde mich diesbezüglich also noch im Denkprozess.

So, aber zurück zum Jahresrückblick. Oder machen wir einen 2-Jahresrückblick daraus. Es waren harte, aber auch glückliche, intensive zwei Jahre. Es fing wohl alles an, dass mein Jüngster zu früh geboren wurde. Damit fing irgendwie alles an. Ab da mussten die beiden Großen mich immer wieder entbehren, weil ich im Krankenhaus war. In 4 verschiedenen Krankenhäusern lag ich in den 2 Jahren, keine Ahnung wieviele Tage insgesamt. Mir ging es lange ziemlich dreckig. Eine lange Zeit war ich auf Hilfe angewiesen, mein Alltag war nicht schaffbar für mich.

Es ist aber auch so viel Gutes in den 2 Jahren entstanden. Das darf ich wirklich nicht vergessen. Familiärer Zusammenhalt, Freundschaften, Liebe, Liebe, Liebe.

Gestern sprach ich darüber mit meinem Mann. Inzwischen „beschwere“ ich mich über Kinkerlitzchen. Vor gut 1,5 Jahren noch, konnte ich es kaum erwarten solche kleinen Dinge wieder zu haben. Manchmal saß ich da und sagte ich will doch nur, dass es mal wieder Normal wird, dass alles vorbei ist. Jetzt ist das Normale wieder da und ich DARF meinen Alltag leben. Mit Höhen und Tiefen. Und manchmal vergesse ich dabei, genau dafür dankbar zu sein. So unglaublich dankbar. Natürlich geht es mir manchmal hier und da noch nicht ganz super, ab und an brauche ich noch Geduld mit mir selber. Aber mir geht es gut, verdammt! Und ich freue mich aus tiefstem Herzen darüber.

Das letzte Jahr hatte sehr viele intensive Momente für mich. Das Ende meiner Therapie●4x Nachsorge ohne Befund●Mein 30.Geburtstag●Die Einschulung meines Mittleren●Der Jüngste ist in die Krippe gekommen●Ein Urlaub mit meiner großen Familie in Dänemark●Ausflüge mit Familie und Freunden● Ich habe wieder angefangen zu arbeiten●Ein wunderschönes Weihnachten mit allen zusammen

Das Jahr war voller Glücksmomente. Es war auch hier und da ziemlich hart. Aber insgesamt können wir uns so dankbar und glücklich schätzen. Vieles wird so unwichtig, wenn man es in die richtigen Relationen setzt, das vergisst man nur im Alltag viel zu oft.

Ich hoffe jetzt auf ein gesundes 2020 mit weiteren 4x Nachsorge ohne Befund. Mit viel Liebe und Glück, mit Zeit für die Familie und Zeit für uns. Mit Zeit zum Ausatmen und zum Genesen. Zum Heilen der seelischen Wunden, für uns alle. Denn ich merke immer wieder, dass auch die Jungs ihre Narben davongetragen haben.

Also auf 2020!

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