• Meine Diagnose

    Die Sache mit der Angst

    Da ist sie wieder, plötzlich und völlig unvermittelt reißt es mir den Boden unter den Füßen weg und mein Kopfkino ist angeschmissen. Ich bekomme eine Nachricht einer Freundin, die ich über diesen Blog kennengelernt habe. Wir schreiben viel und tauschen uns aus. Ihre Geschichte ist meiner sehr ähnlich. Wir haben die Diagnose in etwa zum selben Zeitpunkt bekommen. Doch jetzt hat sich etwas verändert. Bei ihr wurden wieder Tumore gefunden. Diese Nachricht hat mich unfassbar geschockt. Ich hatte immer Angst davor, habe diese aber auch gut unter Kontrolle gehabt, ich habe die Möglichkeit eines Rezidivs einfach von mir geschoben. Nun ist sie da, diese Möglichkeit. Wenn es bei ihr wieder…

  • Meine Diagnose

    Nicht immer schwarz-weiß

    Ich habe seit einiger Zeit einen Blogpost liegen. Das Thema wie mit Krebskranken umgegangen wird, vom Umfeld, beschäftigt mich schon länger. Ich habe mich in Krebscommunitys umgehört und habe viel ähnliche Erfahrungen gehört. Einiges habe ich auch erlebt, vieles aber auch nicht. Ich hatte ein starkes Umfeld um mich rum und wurde aufgefangen. Viele berichten von Familienbrüchen und Freundesverlust unter der Krankheit. Ich konnte das nicht nachvollziehen. Jetzt kann ich es. Ich habe mich so viel damit beschäftigt und eine kürzliche Aussprache mit einer Freundin hat mir gezeigt das Thema ist nicht schwarz-weiß. Es hat viele Facetten, viele Emotionen und viele Meinungen. Genau da liegt wohl das Problem. Viele haben…

  • Meine Diagnose

    Eine Hommage an meine Mädels

    4 Tage Familienfrei. Obwohl so kann man es gar nicht sagen. Ein Teil meiner Familie hatte ich bei mir. Meine zwei besten Freundinnen. Sie sind ein Teil von mir. Genauso wie meine Familie. Wir Drei haben alle unsere 30 Geburtstage im April und Mai und haben schon vor Langem gesagt, zu dem Anlass werden wir wegfliegen. Voriges Jahr wurde ich dann überrascht mit dem Satz, sei nicht böse auf uns, aber wir haben London gebucht. Wir fliegen 4 Tage weg im Mai. Ich war völlig platt, denn etwas vorher habe ich gesagt, sie müssen den Trip ohne mich machen. Ich hätte es einfach nicht bezahlen können, mein Einkommen fehlt ja…

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    Ein Jahr

    27.04.18: Ich werde wach, muss mich kurz orientieren. Ich liege in einem großen Raum. Überall piepst es. Dort stöhnt jemand. Vier Betten, in einem davon liege ich. Die OP ist vorbei, ich fühle mich wie von einem LKW überrollt, kann mich kaum bewegen. Irgendwo in meinem benebelten Hirn schreit es, abtasten! Meine Hände gehen unter die Decke, ganz vorsichtig. Ich taste einige Schläuche, sehe Ableitungen. Bitte, bitte kein künstlicher Darmausgang. Aber ich taste keinen. Mein Kopf fällt aufs Kissen. Dann rasen die Gedanken los. Was haben sie wohl gefunden? Ist alles raus? Was passiert jetzt? Ein Pfleger kommt und spricht mich an, fragt mich ob ich Schmerzen habe. Nein habe…

  • Meine Diagnose

    Was bleibt

    Erst kürzlich kam es zu einer Situation, in der ich eine abendliche Verabredung absagen musste, weil ich einfach völlig erschöpft war. Das ärgerte mich maßlos. Wie kann das sein? Mein Mann versuchte mich aufzumuntern. Er zeigte mir auf, wie es mir vor einem halben Jahr nach Ende der Chemotherapie ging. Wir wohnen in einer Senke und um unsere Straße zu verlassen muss man einen Berg hinauf, anders geht es nicht. Vor einem halben Jahr, erinnerte er mich, warst du nicht in der Lage die Straße hochzugehen. Du hattest weder die Kondition, noch die Kraft. Heute kannst du ein ganzes Wochenende auf den Beinen sein, stundenlange Ausflüge, ohne Pause machen. Da…

  • Meine Diagnose

    Für immer Krebs im Kopf

    In meinem letzten Artikel beschrieb ich wie gut es mir geht und wie sehr ich das genieße. Kurze Zeit später fiel ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ist der Krebs zurück? Haben sich Metastasen gebildet? Diese Fragen schwirrten mir unablässig in meinem Kopf. Ich bekam einen Laborbefund aus einer Routineuntersuchung. Hohe Leberwerte- uff…. Ich versuchte mich zu beruhigen. Das kann so viele Ursachen haben, außerdem war ich gerade erst zur Nachsorge. Es war alles in Ordnung. Dann kamen die Zweifel. Die Leber wurde nicht sonografiert bei meiner Nachsorge. Was ist wenn? Ich mochte den Gedanken kaum zulassen so weh tat er. Zuerst ging ich zu meiner Hauärztin, nochmal…

  • Meine Diagnose

    Es wird ruhig

    Vielleicht hat der Ein oder Andere bemerkt, dass meine Blogbeiträge weniger werden. Als ich letztens darüber nachdachte, dass ich mal wieder schreiben muss, wusste ich nicht über was. Erst dachte ich, das wäre schlecht. Aber das ist es nicht. Denn, es bedeutet mir geht es gut. Wenn ich gefragt werde wie es mir geht, brauche ich nicht ausweichen. Ich kann ehrlich sagen, es geht mir gut. Ohne es bewusst zu merken wurde es besser und besser. Klar, ich merke immer noch körperliche Folgen und das wird wohl auch noch eine Weile so gehen aber es ist nicht der Rede wert. Ich schaffe meinen Alltag, ohne zwischendurch zu denken, ich kann…

  • Meine Diagnose

    Keine Worte

    Der ein oder andere weiß vielleicht, dass ich ein bisschen auf Instagram unterwegs bin. Jemand forderte in seinem Post auf, das Jahr mit einem Wort zu beschreiben. Ich überlegte, fand aber nicht DAS Wort. Mir geisterte einiges im Kopf rum aber es war nicht in einem einzigen Wort zusammenzufassen. Es ist so viel passiert. Das Jahr hat uns herausgefordert und auf die Probe gestellt. Wir haben ihm den Mittelfinger gezeigt und gekämpft. Als ich so nach Worten suchte, merkte ich schnell, es sind auch viele gute Worte. Es war ein schlichtweg furchtbares Jahr. Wir sagen immer 2019 kann eigentlich jetzt nur besser werden. Aber alles Schlechte hat wohl auch Poitives.…

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    Angst?

    Hatte ich Angst? Habe ich Angst? Ganz ehrlich? Ja, natürlich. Ich habe kürzlich mit einer Frau geschrieben, die den Therpieweg noch vor sich hat, zum großen Teil. Sie fragte mich, ob es normal ist, dass die Angst unterschwellig immer da ist. Kurz musste ich in mich fühlen und habe mit einem klaren -Ja- geantwortet. Ja ich hatte Angst, natürlich. Und ich habe sie immer noch. Ich würde nicht behaupten, dass ich sie ignoriere, aber ich lasse sie nicht zu. Ab und an kommt es mal hoch, aber ich sage mir was kommt das kommt und was ich tun kann, tue ich. Die größte Angst hatte ich wohl, als ich die…

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    Das Leben genießen

    Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wenn ich die Zeit Revue passieren lasse, weiß ich wie hart alles war. Ich denke daran, was wir als Familie gestemmt haben und bin stolz. Stolz auf meine Jungs, stolz auf meinen wunderbaren Ehemann und natürlich auch auf mich. Wenn ich an die letzten Monate denke, denke ich auch an Familie und Freunde und eine große Dankbarkeit erfüllt mich. Die Zeit hat mich ihnen noch näher gebracht, Freundschaften vertieft und alte, fast vergessene Freundschaften, wieder aufgewärmt. Ich bin wohl sehr gesegnet mit einem tollen Umfeld und ich weiß nicht jedem ist so ein Backround vergönnt. Mir wird immer bewusster wie wichtig die…